Holzbau-Revolution für Klima und Städte

Um bis zu 31 Prozent könnte eine Holzbau-Revolution der Baubranche den globalen CO2-Ausstoß laut einer Studie senken. Wem das zu abstrakt ist: Ein neues Einfamilienhaus aus Holz spart im Vergleich zum Beton-Äquivalent zwischen 35 und 56 Prozent CO2. Wer also nachhaltig und klimaschonend bauen möchte, kommt am Holzbau nicht vorbei, das ist inzwischen auch in der Politik angekommen. Als Vorreiter starteten in jüngster Zeit zum Beispiel Baden-Württemberg, Berlin oder Österreich große Holzbau-Offensiven und bauen gezielt bürokratische Hürden ab. Auch die Landesregierung in NRW kündigt viel an, umgesetzt wurde bislang jedoch wenig. Lesen Sie hier, wo der Hase im Pfeffer lieg und warum es so wichtig ist, das zu ändern. 

Bürokratie als Hürde für den Holzbau

Es könnte so einfach sein: Längst ist erwiesen, dass moderne Holzbautechniken hervorragend für die Aufstockung oder den Bau mehrgeschossiger Häuser geeignet sind. Auf der ganzen Welt entstehen sogar Hochhäuser aus Holz. Das aktuell größte Projekt, das "HoHo" in Wien, befindet sich gerade in der Fertigstellungs- und Bezugsphase. Ganze 24 Stockwerke auf 84 Meter Höhe wird es beherbergen  fast komplett aus Holz, lediglich die Treppenhauskerne sind aus Beton gefertigt. Letzteres ist vor allem den Brandschutzvorgaben geschuldet, wobei selbst das laut Stefan Winter, Lehrstuhlinhaber für Holzbau an der TU München, technisch eigentlich nicht notwendig wäre (mehr dazu im unten verlinkten Heise-Artikel).

 

Auch in Deutschland lässt die Musterbauordnung des Bundes Holzbauwände in mehrgeschossigen Bauten zu. Diese Musterbauordnung ist aber leider genau das: Ein Muster, denn das Baurecht ist in Deutschland Sache der Länder, und NRW hat die zuletzt 2016 überarbeitete Musterbauordnung bislang nur teilweise umgesetzt. Entsprechend gelten im Westen der Republik noch weitgehend Regelungen von 2002, also quasi aus einer anderen Welt. Und während Berlin bereits verabschiedet hat, dass auf eine aufwändige Einzelfallprüfung für tragende Bauteile mehrgeschossiger Gebäude verzichtet werden kann, sofern der Brandschutz gewährleistet ist, steht hierzubundeslande noch genau diese Einzelfallprüfung an. Und jeder, der schon einmal einen Bauantrag gestellt hat, weiß: Es ist reine Glückssache, ob der jeweilige Sachbearbeiter Zeit, Motivation und auch den Sachverstand hat, sich mit Einzelfällen auseinanderzusetzen. Und so stockt sie, die Holzbauwende in NRW. Ein Jammer, denn so entgehen uns hier zahlreiche Vorteile.

Vorteil Klima: Das macht Holz zum Nachhaltigkeits-Sieger

Die Grafik verdeutlicht, wie der Baustoff Holz CO2 bindet.
Die Grafik verdeutlicht, wie der Baustoff Holz CO2 bindet.

Wer mit Holz baut, baut klimaneutral. Der Grund dafür liegt nicht im High Tech-Bereich, sondern in der klassischen Biologie, vielmehr: der Photosynthese. Denn beim Wachsen wandeln die Bäume via Photosynthese Kohlenstoff-Dioxyd in Sauerstoff um. Der Sauerstoff wird an die Luft abgegeben, der Kohlenstoff im Holz gespeichert. Dort bleibt er auch, wenn der Baum gefällt und das Holz als Baustoff verwendet wird. Erst am Ende des Lebenszyklus, falls das Holz verbrannt wird, wandert er wieder als CO2 in die Atmosphäre. Und auch dann bleibt es bei einer neutralen Bilanz, denn es wird nur so viel freigesetzt, wie der Baum im Wachstum gespeichert hat. Zudem gibt es neben der einfachen Verbrennung viele Möglichkeiten, Holz anderweitig weiterzuverwenden oder, sofern unbehandelt, einfach zu kompostieren. 

 

Hinzu kommt noch all die Energie, die bei der Herstellung anderer Baustoffe, z.B. Stahlbeton, eingesetzt werden muss. Selbst wenn das Holz für bestimmte Einsatzbereiche behandelt wird, ist der Energieeinsatz (z.B. für Forstwirtschaft, Sägewerke, Transport und Aufbereitung) erheblich geringer. Natürlich wird auch Holz für bestimmte Einsatzzwecke teils mit Chemikalien behandelt. Wir arbeiten aber an sehr vielen Stellen auch mit gänzlich chemiefreiem Holz. Balken zum Beispiel werden lediglich technisch getrocknet, und auch unsere Holzfaser-Einblasdämmung von STEICO kommt mit so wenig aus, dass sie das Ökotest-Siegel "sehr gut" erhalten hat. Apropos Dämmung: Holz verfügt über hervorragende Dämmeigenschaften und eignet sich perfekt für Passivhäuser. 

 

Klimaneutralität, ökologische Verträglichkeit sowie geringer Energieeinsatz sind schon drei wesentliche Nachhaltigkeitsvorteile, der vierte ist das große und vor allem stetig nachwachsende Angebot von Holz. In einer Veröffentlichung zur Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg wird vorgerechnet, dass der Wald in Deutschland alle fünf Sekunden um das für ein Einfamilienhaus in Holzbauweise benötigte Holz wächst. Zudem wird niemals mehr gefällt, als nachwächst. 

Darum ist Holz perfekt für Innenstädte

Holzbau ist aus mehreren Gründen eine perfekte Lösung für die Wohnraumverdichtung in Innenstädten:

 

1. Geschwindigkeit. Da wir die einzelnen Elemente vom Wetter unabhängig schon im Voraus fertigen, dauert die Montage vor Ort meist nur wenige Tage. Das ist eine große Entlastung für Umgebung und Infrastruktur, denn gerade in Innenstädten mangelt es häufig an Lager-, Park- und Ausweichmöglichkeiten. 

 

2. Tragfähigkeit. Holz ermöglicht Spannweiten von bis zu 120 Metern und Bauwerkshöhen über 100 Meter und ist damit ein äußerst tragfähiger Baustoff, auch bei großen Gebäuden. 

 


3. Dauerhaftigkeit. Sachgerecht eingesetzt ist Holz selbst im Außenbereich mindestens gleichwertig mit anderen Baustoffen. Schauen Sie sich zum Beispiel mal die vielen uralten, stark bewitterten und dennoch unverwüstlichen Holzhütten in der Schweiz oder die zahlreichen historischen Holzbauten an. Zudem ist Holz dank seiner Flexibilität erdbebensicher. 

 

 

4. Leichtigkeit. So tragfähig und fest Holz ist: Es hat ein vergleichsweise geringes Eigengewicht.  Damit ist es für Aufstockungen und Anbauten prädestiniert, denn die Erweiterungen belasten die bereits bestehenden Fundamente und Tragstrukturen nicht übermäßig. Gerade bei älteren Bestandsbauten im Innenstadtbereich ist Holz meist die einzige Möglichkeit, überhaupt noch höher zu bauen und so dem Wohnraummangel entgegenzuwirken. 

Darum wohnt es sich in Holzhäusern besonders gut

Kennen Sie das Gefühl? Es ist Winter, die Heizung bollert und bollert - und trotzdem wird Ihnen nicht warm. Oder es ist Sommer und unter dem Dach ist ein regelrechter Brutofen - und trotzdem haben Sie ein Problem mit Kondenswasser. Diese Probleme werden Sie in einem Holzhaus und vor allem mit Holzdämmung nicht haben, denn Holz verfügt über eine besonders gute Wärmespeicherkapazität. Das führt dazu, dass die Wände im Winter selbst Wärme speichern und ausstrahlen. So entsteht ein Behaglichkeitsgefühl, wir frösteln weniger.

Temperaturverlauf unter dem Dach bei Holzdämmung und Mineraldämmstoffen
So unterschiedlich speichern Holz- und Mineraldämmstoffe Wärme. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität sind enorm.

Im Sommer sorgt die Wärmespeicherkapazität dafür, dass es im Dachgeschoss eines holzgedämmten Hauses wesentlich angenehmer bleibt, weil der Raum weniger aufheizt. Zudem speichert das Holz die Wärme auch in der Nacht, wenn die Temperaturen meist stark abfallen. Das verhindert krasse Temperaturschwankungen in der Bausubstanz und somit das Entstehen von Kondenswasser und Schimmelproblemen. Und auch beim Lärmschutz kann Holz dank seiner hohen Rohdichte punkten. Mehr zu diesen Themen, insbesondere zu den Vorteilen von Holzfaserdämmung, finden Sie auch hier.

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Holzbau aus Pulheim

Die Zimmerei Brönnecke GmbH aus Pulheim ist Ihr Ansprechpartner, wenn es um Häuser, Anbauten, einen Dachausbau sowie Fassaden, Terrassen und Zäune aus Holz geht. Neubau oder Bauen im Bestand: Wir beraten umfassend und stellen Ihre Bedürfnisse und Voraussetzungen in den Mittelpunkt. Denn Bauen ist Vertrauenssache.

Holzfaser-Einblasdämmung

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